Die Auricher Handballer führten in Köthen 23:22 und verloren nach zwei umstrittenen Entscheidungen 23:24. Die Spielleiter wollten zweimal technische Fehler des OHV gesehen haben. Beide Gegenangriffe führten zu Toren.
Die Köthener Abwehrspieler gingen in der Abwehr verbissen zur Sache. In dieser Szene bekommt der Auricher Hannes Janssen (rotes Trikot) die körperbetonte Defensivarbeit seines Gegenspielers zu spüren.
Bild: Rebsch
köthen - Zwei umstrittene Pfiffe in den letzten 90 Sekunden machten den 860-Kilometer-Tag für die Regionalliga-Handballer des OHV Aurich zu einem einzigen Ärgernis. Zweimal wollten die Schiedsrichter bei OHV-Angriffen technische Fehler gesehen haben. Zweimal erhielt die HG Köthen (Sachsen-Anhalt) somit
den Ball zugesprochen. Und zweimal nutzten die Gastgeber diese wunderbare Gelegenheit zu Toren. So wandelten sie den 22:23-Rückstand in einen 24:23-Sieg um und schickten die Ostfriesen am Sonnabend frustriert auf die Heimreise.
Kein Wunder, dass der Auricher Trainer Eric Hettmann mit Stephan Schwarz und Frank-Joachim Weiß (TSV Anderten) haderte. "Diese Entscheidungen waren nicht nur umstritten, sondern sachlich falsch", lautete seine Einschätzung.
Beim ersten Ballverlust soll der heftig attackierte Dusko Bilanovic ein Stürmerfoul begangen haben. Bei der zweiten Situation bedrängten zwei Köthener Hannes Janssen unsanft - mitten in den Wurfversuch des Aurichers ertönte dann der Zeitspiel-Pfiff der Schiedsrichter.
Es hatte zuvor noch eine dritte Szene gegeben, bei der sich die Spielleiter nicht gerade als Freunde der Gäste entpuppten. Kurz nach der Pause streckte ein Köthener Akteur OHV-Torhüter Jens Lievens per Siebenmeter-Wurf an den Kopf zu Boden und bugsierte dann den Ball ins leere Tor. Hettmann zitierte dazu hinterher nur das Regelwerk: "Wer den stehenden Torhüter am Kopf trifft, ist zu disqualifizieren." Doch statt einer Rote Karte notierten die Schiedsrichter einen Treffer für die Gastgeber.
Dass die Gäste, die auf den verletzten Torjäger Jan-Uwe Behrends verzichten mussten, trotzdem bis zum Schluss auf den Sieg hoffen durften, hatten sie vor allem einem Mann zu verdanken. "Jens Lievens hat bärenstark gehalten", lobte Hettmann. Das Kompliment des Köthener Trainers Heinz Prokop fiel noch überschwänglicher aus: "Er war Weltklasse."
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