Der Sprecher der Handwerkskammer für Ostfriesland ist überzeugt: Im Krisenjahr 2009 sind in regionalen Betrieben Investitionen auf der Strecke geblieben, weil Banken ihre Finanzierungsbedingungen verschärft haben. Dennoch sei die Branche überraschend glimpflich durch die Rezession gekommen, sagt Theo Kruse im OZ-Interview.
Theo Kruse, Sprecher der Handwerkskammer für Ostfriesland.
Aurich - Das ostfriesische Handwerk ist glimpflich durch das Krisenjahr 2009 gekommen. Allerdings habe die Branche Auftragsrückgänge hinnehmen müssen, sagt der Sprecher der Handwerkskammer für Ostfriesland, Theo Kruse, im OZ-Interview. Und: "Die Kreditklemme ist kein Gespenst." Banken hätten
im vergangenen Jahr die Bedingungen für die Vergabe von Krediten verschärft. Die Folge: "Manch einer, der etwas finanziert haben wollte, hat davon wieder Abstand genommen."
Allerdings sei Ostfriesland im Vergleich zu anderen Regionen weniger stark von der Rezession getroffen worden. "Die Binnennachfrage ist einigermaßen stabil geblieben", sagt Kruse. Auch die Konjunkturprogramme des Bundes hätten geholfen: "Den Gemeinden wurde es leichter gemacht, Projekte wie die Sanierung von Schulen, Turnhallen und Kindergärten anzugehen."
Bei der Handwerkskammer in Aurich sind insgesamt knapp 5000 Betriebe eingetragen. Nach Kruses Angaben haben sie zusammen rund 25 000 Beschäftigte. Hinzu kommen noch etwa 3600 Lehrlinge. "Wir hauen nicht so auf den Putz wie mancher Vorstandsvorsitzende", sagt Kruse. "Aber im Grunde sind wir doch der größte Teil der Deutschland AG."
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