Ostfriesen-Zeitung
Ostfriesen-Zeitung - Nachrichten für Ostfriesland
Nachrichten
Anzeige
Leer

Photovoltaik: Feuerwehren werden jetzt fortgebildet

Von Wolfgang Malzahn
15. März 2010

Seminare mit 40 Stunden Theorie und Praxis sollen die Löschkräfte für den Notfall schulen. Auslöser ist der Großbrand in Schwerinsdorf, bei dem Solarzellen auf dem Dach die Bekämpfung des Feuers behinderten.
Weil auf dem Dach des Hauses in Schwerinsdorf Photovoltaikanlagen waren, ließ die Feuerwehr das Gebäude kontrolliert brennen.
Bild: Archiv
Leer - So tragisch der Großbrand in Schwerinsdorf, bei dem ein Schaden von rund 600 000 Euro entstanden ist, auch war, und so heftig anschließend auch über Löschaktionen bei Häusern mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach diskutiert wurde - etwas Gutes hat dieser Vorfall doch: Das Thema wurde in den Vordergrund gerückt, und die Fachleute befassen sich jetzt ausführlich damit. So teilt Geschäftsführer Erwin Josef Pott vom Fachbereichszentrum Energietechnik (FBZ-E) in Leer mit, dass er ein Seminar für die Fortbildung von Feuerwehrleuten zum Löschen von Gebäuden mit Photovoltaikanlagen ausgearbeitet hat. Pott gilt als Vorreiter bei diesem Thema und hatte schon vor dem Großbrand in Schwerinsdorf Einsatzkräfte geschult.

Die Fortbildungs-Seminare mit 40 Unterrichtsstunden in Theorie und Praxis sind laut Pott ausgelegt auf die Qualifizierung der rund 2000 Feuerwehrleute in Ostfriesland. Ausgearbeitet wurden sie nach einem Treffen mit Vertretern der Feuerwehr Großefehn. Der FBZ-E-Geschäftsführer: "Wir wollen die Qualifikation und somit die Entscheidungsfähigkeit der Feuerwehren für den elektrischen Anwendungsbereich erhöhen, insbesondere, wenn Photovoltaikanlagen vorhanden sind."

Geplant sind zwei Qualifizierungsstufen, und zwar einmal für Löschkräfte, die durch eine Einsatzleitung geführt werden, und einmal für die rund 200 Einsatzleiter in Ostfriesland selbst. Der Seminarplan sieht Schulungen in Leer, Emden Aurich und Wittmund vor.

Interessierte Feuerwehren können sich unter 0491/9767270 oder unter www.FBZ-E.de informieren.

VERSENDEN DRUCKEN LESERBRIEF SCHREIBEN
Schreiben Sie einen Kommentar zu diesem Artikel
Sie können maximal 1500 Zeichen eingeben.
Kommentar
Ihr Name:
Ihre E-Mail (wird nicht angezeigt):
Kommentar an eigene E-Mail-Adresse senden:
Bitte übertragen Sie den Code
in das folgende Feld:

Leser-Kommentare:
@win schreibt am 16.03.2010:
Langsam versteht man die Welt nicht mehr. Wenn die Feuerwehren in Schweringsdorf alles richtig gemacht hat, wie die Verantwortlichen sagen und berichten, warum müssen jetzt 40 Stunden Ausbildung her. Neben den Kosten die entstehen müssen die Ehrenamtlichen von der Arbeit weg um an den Ausbildungen teilnehmen zu können. Hier wird doch doch mit Kanonen auf Apatzen geschossen und irgendjemand wittert wieder ein Geschäft.
Ein Feuerwehrmann aus Ostfriesland schreibt am 16.03.2010:
Junge junge, 40h für das Thema. Wer soll das denn leisten? Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren opfern bereits genug Stunden für andere Themen.
Mal zum Vergleich: Ein Lehrgang zum Technische Hilfeleistung dauert an der Landesfeuerschule eine Woche (also etwas weniger als 40h). Der Lehrgang ABC Teil I und II dauert ebenfalls pro Teil eine Woche. Man muss sich an dieser Stelle mal vor Augen führen, wie umfangreich das Thema ABC-Gefahren ist und das mal mit dem Thema PV-Anlagen vergleichen. Lächerlich sag ich nur.

Es gibt eine DIN VDE sowie Merkblätter der Feuerwehr-Unfallkasse zum Thema PV-Anlagen und Löschen in elektr. Anlagen. Eine ordentliche Portion GMV (Gesunder Menschenverstand) darf natürlich nicht auch nicht fehlen. Das MUSS reichen.

Schön das sich jemand Gedanken macht und den Feuerwehren helfen will, aber das klingt eher so, als wenn da jemand die Chance wittert, sich an diesem Thema zu berichern.
St. Florian schreibt am 15.03.2010:
Dieses Szenario war bis jetzt bundeweit einzigartig....
Gerd schreibt am 15.03.2010:
Gab es im Rest der Republik auch derartige Fortbildungen für die Feuerwehren? Hat man schon von weiteren Solardachhäusern, die brannten und nicht gelöscht wurden, gehört?



Anzeige