Zum ersten Mal gab es zwei Kandidaten für das Präsidentenamt. Am Ende wurde der fast 80-jährige Gerhard Dirks wiedergewählt. In aller Stille - man hatte die Musik vergessen.
Schützen-Präsident Gerhard Dirks (l.) bekam vom stellvertretenden Präsidenten des Nordwestdeutschen-Schützenbundes, Heinz Rösseler, das goldene Ehrenzeichen.
Bild: Niet
Aurich - Der Hauch einer "Palastrevolution" lag Sonnabend in Aurich über der Bundesversammlung des Ostfriesischen Schützenbundes. Zum ersten Mal in seiner langen Amtszeit als Präsident hatte Gerhard Dirks aus Moordorf einen Gegenkandidaten. Doch am Ende konnte sich der fast 80-jährige Dirks bei den Vorstandswahlen im Ostfrieslandhaus mit großer Mehrheit gegen Manfred Uphoff, Vorsitzender des Schützenvereins in Georgsheil, durchsetzen.
Von den 202 abgegebenen Stimmen erhielt der alte und neue Präsident der ostfriesischen Schützen 143. Nur 66 Delegierte stimmten für den 52-jährigen Victorburer. Insgesamt nahmen 240 Delegierte aus 76 Vereinen an der Versammlung teil. Ein sichtlich erleichterter Dirks nahm dankend das Amt wieder an. Ist das Schützenwesen doch sein großes Hobby, wie er vor Beginn der Wahlen bekräftigte. Bereits seit 1953 ist Dirks Mitglied im Moordorfer Schützenverein "Sichere Hand", dessen Vorsitzender er 50 Jahre lang war. Seit 1996 ist er Schützenpräsident.
Beinahe wäre die Kassenprüfung geplatzt
"Die Zeit ist reif für einen Generationswechsel im Schützenbund", hatte deshalb Manfred Uphoff seine Kandidatur begründet. Es sei notwendig, den Schützenbund zu modernisieren, dazu gehöre unter anderem auch eine zeitgemäße und transparente Satzung. Auch Dirks unterstrich die Notwendigkeit, neben der Traditionspflege notwendige Reformen und Veränderungen im Schützenbund auf den Weg zu bringen. Dazu gehöre vor allem, die Jugend für das Schützenwesen zu gewinnen und den Schießsport attraktiver zu gestalten.
Doch der Schützenbund kämpft seit Jahren mit sinkenden Mitgliederzahlen. Zurzeit zählt er knapp 11 200 Mitglieder in 103 Vereinen. Ein Austritt erzürnte die Schützen besonders: Ein Kassenprüfer hatte die Kassenprüfung beinahe platzen lassen, weil er nicht erschien.
Die Versammlung hatte übrigens in aller Stille begonnen: Das Bundesbanner wurde ohne Musik in den Saal getragen - man hatte vergessen, eine Kapelle zu ordern.
Die Zeit der Schützenvereine geht so langsam zu Ende.
Das kann man schon daran erkennen, dass ein 80 jähriger zum Präsident gewählt wird. Die Vereine sollten verstärkt auf die Jugendlichen zugehen, denn von selbst werden die kaum kommen.
Die traditionellen teuren Schützenfeste reissen auch niemanden mehr vom Hocker. Attraktive Stadt- u. Strassenfeste gibt es alle paar Wochen und bieten für alle eine schöne Abwechslung.