Vor dem Landgericht Aurich begann am Mittwoch das Berufungsverfahren. Das Amtsgericht Wittmund hatte den Blomberger zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Dagegen geht er jetzt vor.
Aurich - Eineinhalb Jahre lebten sie unter einem Dach. In dieser Zeit soll ein Blomberger seine damals 14-jährige Nichte vergewaltigt haben. Bei einem anderen Mal soll es beim Versuch geblieben sein. Der Angeklagte bestreitet die Tat, gestern begann das Berufungsverfahren vor dem Landgericht Aurich.
Das Amtsgericht Wittmund hatte ihn zuvor zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt.
Der Angeklagte und seine Frau waren damals die Pflegeeltern des Mädchens. "Ich habe mich dort wohlgefühlt", sagte das mutmaßliche Opfer vor Gericht. Deshalb sei sie so überrascht gewesen, als im Sommer 2008 ihr Onkel erstmals nachts betrunken in ihr Zimmer kam und unter die Decke schlüpfte. Er habe sie begrabscht, sie habe ihn immer wieder zurückgedrängt. "Das war schlimm, aber das andere war schlimmer", erklärte die 16-Jährige. Denn kurz vor Weihnachten sei er wieder betrunken zu ihr ins Bett gekommen, diesmal habe er sie aber zum Geschlechtsverkehr gezwungen. "Als ich schreien wollte, hat er damit gedroht, sich selbst, seine Frau und die Kinder umzubringen", berichtete sie.
Während sie beim ersten Mal noch geschwiegen hatte, habe sie es beim zweiten Mal ihrer älteren Schwester, die nicht im Haus wohnte, erzählt. Diese habe dann das Jugendamt informiert. Mehrere Zeugen, darunter ihr damaliger Freund sowie eine Polizeibeamtin, bestätigten gestern, dass sie ihr glauben. Neben dem Angeklagten bestreiten jedoch auch seine Frau und seine ältere Tochter die Vorfälle. "Da kann nichts gewesen sein", sagte die Ehefrau zu dem ersten Vorfall. Sie habe ihren Mann an dem Morgen selbst von der Disco abgeholt. Er sei gleich ins Bett gegangen. Dass es dem Mädchen nach dem zweiten Vorfall nicht gut gegangen sei, hatten sie und ihre Tochter sich mit Menstruationsbeschwerden erklärt.
Am kommenden Montag, 15. März, wird die Verhandlung um 9 Uhr am Landgericht Aurich fortgesetzt.